unter der Führung von Peter Huettgen,
Gottfried Groß, Peter Joseph Lülsdorf, Franz Koep, Johann / Witwe Johann
Strung, Joseph Koep, Peter Eduard Strung, Peter Doetsch, Josef Keller, Viktor
Krings und Fritz Frohne
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Das Riesenbrauhaus war ein relativ kleines, in der Nähe des
Neumarkt gelegenes Brauhaus. In den Zeiten, in denen gebraut wurde
(vermutlich ab ca. 1830 bis zum Jahr 1877) aber auch nicht durchgehend)
wurde nur für den Eigenbedarf gebraut und das Brauhaus hieß auch noch nicht
„Riesenbrauhaus“, es hatte keine besonderen Namen.
Der Name „Riesenbrauhaus“ wurde erst im Jahr 1882 durch Peter
Eduard Strung eingeführt. Der Name ist nicht etwa von dem riesigen
mythischen Wesen in menschenähnlicher Gestalt abgeleitet, sondern von dem „XXL-Gedanken“
Peter Eduard Strung schenkte Bier in „Riesengläsern“ aus, es gab
„Riesenwürste“ usw.
Etwas bekannter wurde es in den 1880/90er Jahren durch seine
Lage direkt neben dem Circus Carré bzw. ab 1887 dem Reichshallen-Theater.
Das Riesenbrauhaus wurde im zweiten Weltkrieg völlig zerstört
und anschließend nicht wiederaufgebaut.
(K101) [55]
Ausschnitt aus einer Kreuter-Karte um 1840. Oberhalb des Neumarkts rechts
von der Apostelnkirche lag das Riesenbrauhaus.
(K002) [42:1886]
Karte der Umgebung des Neumarkts aus dem Jahr 1886. Die Straße "Alte Mauer
an St. Aposteln" war bereits in "Gertrudenstraße" umbenannt worden.
Eingezeichnet ist der Circus Carré, direkt links daneben lag das
Riesenbrauhaus
(K003) [42:1915]
Karte der Umgebung des Neumarkts aus dem Jahr 1915. Mittlerweile hat das
"Reichshallen-Theater" den "Circus Carré" abgelöst
Die Ursprünge des Riesenbrauhaus
Das Riesenbrauhaus lag in der heutigen Gertrudenstraße, welche
am westlichen Ende des Neumarkt an der Kirche St. Aposteln beginnt und von
dort in nördlicher Richtung verläuft. Diese Straße hieß um 1800 noch „Auf
der Alten Mauer ohnweit St. Aposteln“ bzw. „Auf der Alten Maur bey St.
Aposteln“ [7]. Der Name leitet sich, durchaus nachvollziehbar, aus einer
alten Stadtmauer ab, welche dort im Mittelalter verlief.
Es gab zu dieser Zeit noch weitere ähnlich benannte Straßen, so
die Straße „Auf der Alten Mauer bey St. Mauritius“ oder „Auf der Alten Mauer
ohnweit der Feld Bach“ [7]. Überhaupt gab es zu damaligen Zeit die
kuriosesten Straßennamen, so z.B. die Straße „Im Sack in der Spitze“, „In
der Höhle“ oder „Auf Himmelreich [7]. Aber es gab auch drastischere
Straßenamen wie „Mördergasse“ (heute Mörsergasse), „Kotzgasse“ (heute
Kostgasse) oder „Pißgasse“ (heute Börsengässchen) [8].
Um das Jahr 1800 gab es aber weder das Brauhaus selbst
noch ein ähnliches Gewerbe an diesem Platz. Die Nennung des ersten bekannten
Bewohners „Auf der Alten Mauer ohnweit St. Aposteln 1“ stammt aus dem Kölner
Adressbuch des Jahres 1797 und lautet: „Joh. Krantz, Polizey-Diener“ [7].
Die nächste Nennung eines Bewohners stammt aus dem Adressbuch
des Jahres 1813, welches unter französischer Besatzung erschien und deshalb
auch in französischer Sprache verfasst ist. Der Eintrag lautet: „Zander
(Charles Joseph) couvreur, Vieux Mur des Apotres n. 1“ [9]. „Couvreur“ steht
französisch für „Dachdecker“, mit Carl Joseph Zander hatte sich also ein
Dachdecker Auf der Alten Mauer bei Aposteln 1 niedergelassen. Auch im
folgenden Adressbuch des Jahres 1822 ist er dort noch ansässig [10].
Im Jahr 1822 befand sich immerhin in unmittelbarer
Nachbarschaft ein verwandtes Gewerbe. Auf der alten Mauer bei Aposteln 3
verstarb im September 1822 ein gewisser Martin Breuer, seines Zeichens „Branndweinzäpfer“
[13].
Das Brauhaus unter Peter Huettgen ((1831))
Im Adressbuch des Jahres 1831 ist mit Peter Huettgen dann ein „Schenkwirth“
auf der Alten Mauer an Aposteln 1 ansässig [14]. Zu dieser Zeit war es
üblich, dass Schenkwirtschaften oder Restaurationen für ihren Eigenbedarf
auch kleine Brauereien und Brennereien betrieben, ob das hier auch der Fall
war, ist aber unklar.
Ansonsten ist über Peter Huettgen nichts bekannt. Im Adressbuch
des Jahres 1822 gibt es einen „Spitzenhändler“ gleichen Namens, im
Adressbuch des Jahres 1835 taucht er nicht mehr auf [10,12].
Das Brauhaus unter Gottfried Groß ((1835))
Die Zeit von Peter Huettgen als Schenkwirt auf der Alten Mauer
an Aposteln 1 war nur kurz, bereits im Jahr 1835 wird an dieser Adresse
Gottfried Groß, ebenfalls Schenkwirth, als Bewohner aufgeführt [12].
Gottfried Groß war zumindest Brauer, wie aus einer Anzeige aus
dem Jahr 1831 zu entnehmen ist:
[11:17.04.1831] „…Ich beehre mich, hierdurch ergebenst
anzuzeigen, daß ich heute Sonntag den 17. April meine Bierbrauerei eröffne,
und mich meinen Gönnern und Freunden bestens empfehle, Gottfried Groß,
Bierbrauer, im Haasen am alten Ufer…“
Gottfried Groß betrieb also bereits im Jahr 1831 eine Brauerei
und Restauration, allerdings nicht Auf der alten Mauer an Aposteln, sondern
in der Straße „am alten Ufer“ an der Hausnummer 13. Zu dieser Zeit schien
die Straße am alten Ufer ein Sammelpunkt für Brauereien gewesen zu sein,
denn in direkter Nachbarschaft (Hausnummern 3, 5/7, 9 und 23) gab es 4
weitere Brauereien [15].
Vermutlich im Jahr 1833 übernahm Gottfried Groß dann die
Schenkwirtschaft an der alten Mauer an Aposteln 1 von Peter Huettgen.
Hierauf deutet folgende Anzeige hin, in der Franz Broelsch im April 1833
kundtut, dass er die Brauerei im Haasen am alten Ufer wiedereröffnet.
[11:27.04.1833] „…Ich zeige meinen Freunden und Gönnern an,
daß ich die Brauerei am alten Ufer im Haafen am 27. wieder eröffne. Franz
Broelsch…“
Über die weitere Vorgeschichte von Gottfried Groß ist nichts
bekannt, in den Kölner Adressbüchern taucht er das erst Mal in der Ausgabe
für das Jahr 1835 auf [12].
Gottfried Groß wurde um das Jahr 1810 geboren und war zum
Zeitpunkt der Eröffnung der Brauerei am alten Ufer als gerade mal ca. 21
Jahre alt [11:05.12.1849]. Gottfried Groß war mit Magdalena Baum
verheiratet, gemeinsam hatten sie 4 Kinder (Christina, geb. 1836; Gertrud,
geb. 1839; Reiner Friedrich Wilhelm, geb. 1840 und Agnes, geb. 1842)
[11:01.03.1836,11:11.03.1839,11:20.10.1840,11:20.11.1842].
Über die Kurze Zeit, in der Gottfried Groß die Schenkwirtschaft
an der alten Mauer an Aposteln 1 betrieb, ist nichts bekannt. Es darf
angenommen werden, dass er dort auch gebraut hat (er war ja bereits in der
Brauerei am alten Ufer als Brauer tätig gewesen), gesichert ist dies aber
nicht (im Branchenverzeichnis des Jahres 1835 ist er nicht als Brauer
aufgeführt) [12].
Spätestens im Jahr 1836 übernahm Gottfried Groß eine andere
Schenkwirtschaft in der Sternengasse 97/99, im Kontext der Geburt seiner
Tochter Christina im Februar 1836 wird diese Adresse benannt [11:01.03.1836].
Nach dem seine erste Frau verstarb, wann genau ist nicht bekannt,
heirate er im Jahr 1848 erneut. Seine zweite Frau Anna Maria Froitzheim
stammte aus Widdig (heute ein Stadtteil von Bornheim) [11:24.07.1848].
Am 8. September 1849 verstarb Gottfried Groß im Alter von nur
39 Jahren völlig unerwartet [11:12.09.1849]. Besonders tragisch ist, dass
sein Frau Anna Maria zu diesem Zeitpunkt schwanger war und 3 Monate später
der gemeinsame Sohn Andreas Jacob Gottfried geboren wurde [11:05.12.1849].
Dieser wiederum verstarb im April 1851 im Alter von 16 Monaten
[11:12.04.1851].
Nach dem Tod von Gottfried Groß kam es zu einer
Zwangsversteigerung um das Erbe aufteilen zu können. Durch die Kinder aus
der ersten Ehe von Gottfried Groß war die Lage kompliziert. Vormund
dieser Kinder war nicht die Witwe Anna Maria Groß, sondern Andreas Groß, ein
Bruder von Gottfried Groß [11:20.12.1851]. Aus der Anzeige der
Zwangsversteigerung geht hervor, dass Gottfried Groß zu Lebzeiten zu
Wohlstand gekommen war. Zur Versteigerung standen neben den beiden Häusern
in der Sternengasse 97 und 99 zwei weitere hochtaxierte Häuser in der
Pantaleonsstraße 9 und 11 [11:20.12.1851].
Gottfried Groß war nicht der einzige Brauer seiner Familie,
folgende weitere Brauer der Familie Groß sind bekannt:
•
Andreas Groß (ein Bruder von Gottfried).
Dieser führte, gesichert für das Jahr 1834, die Brauerei „unter Taschenmacher
5“, aus der später die Sion-Brauerei entstand . Anschließend
führte er von 1834 bis 1839 die Brauerei „Zum Kranz“ in der Mühlengasse
1 und danach über 20 Jahre die Brauerei „Im goldenen Anker“
in der Zollstraße 17 [15].
•
Michael Groß (ein Sohn von Andreas Groß, also ein Neffe von
Gottfried).
Dieser führte in den 1880er Jahren die Brauerei „Im goldenen Anker“,
welche auch schon sein Vater geführt hatte. Die erste Brauerei, welche
er führte, war in den 1850er Jahren eine Brauerei in der Steinfelder
Gasse 1. Nachdem mit der Brauerei „Im goldenen Anker“ Schluss war,
führte er noch einige Jahre eine Brauerei in der Gereonsstraße 67 [15].
•
Margaretha Groß (vermutlich eine Schwester von Gottfried)
Margaretha Groß übernahm nach dem Tod ihres Mannes Reiner Joseph Appel
Anfang der 1870er Jahr die Führung dessen Brauerei am Eigelstein 41. Aus
der damals „zum Brüsseler Hof“ genannten Brauerei entstand später die
Gaffel-Brauerei [15].
•
Reiner Groß (vermutlich ein Onkel von Gottfried)
Reiner Groß führte um 1850 eine Brauerei in der Fleischmengergasse 5-7
[15].
Neben Brauern gab es in der Familie Groß auch noch einige
Branntweinbrenner.
(WA001) [11:17.04.1831]
Gottfried Groß hatte schon Erfahrung als Brauer bevor er das Brauhaus an der
Alten Mauer an St. Aposteln übernahm. Zuvor hatte er die Brauerei "im
Haasen" am alten Ufer betrieben. Anzeige aus dem Jahr 1831
(WS001) [11:12.04.1851]
Nachdem im Jahr 1849 schon ihr Mann Gottfried Groß im Alter von 39 Jahren
verstorben war, starb im Jahr 1851 auch noch der einzige Sohn der Witwe von
Gottfried Groß.
Das Brauhaus unter Peter Joseph Lülsdorff ((1836)-(1838))
Peter Joseph Lülsdorff (manchmal auch mit „ue“ oder einem „f“
geschrieben) übernahm die Schenkwirtschaft von Gottfried um das Jahr 1836.
Peter Joseph Lülsdorff war der erste Sohn von Johann Joseph
Lülsdorff und seiner Frau Anna Katharina geb. Schlossen [16]. Peter Joseph
Lülsdorff wurde im Juni 1801 in Köln geboren wo seine Eltern lebten [16]. Es
muss ihn im Anschluss aber nach Bonn verschlagen haben, den die nächste
bekannte Erwähnung von Peter Joseph Lülsdorff erfolgt im Kontext der Geburt
seines Sohnes Johann Ludwig in Bonn im Jahr 1830 [19:18.02.1830]. Peter
Josef Lülsdorff hatte bereits im Jahr 1826 die aus Bonn stammende Anna
Sophia Prang geheiratet [16].
Im Kölner Adressbuch des Jahres 1835 ist Peter Joseph Lülsdorf
noch nicht verzeichnet, im nächsten Adressbuch des Jahres 1838 dann mit
folgendem Eintrag: „Lülsdorf Peter Joseph, Branntweinbrenner, alte Mauer an
Aposteln n. 1“ [12,17]. Im Branchenverzeichnis ist er im Jahr 1838 nicht als
Brauer aufgeführt [17], es darf aber angenommen werden, dass er für den
Eigenbedarf seiner Schenkwirtschaft braute.
Im gleich Jahr wurde auch Peter Joseph Lülsdorff’s zweiter Sohn
Johann Heinrich geboren [11:06.09.1838].
Nach kurzer Führung der Schenkwirtschaft an der Alten Mauer an
Aposteln 1 übergab Peter Joseph Lülsdorff diese an Franz Koep. Vermutlich
geschah dies im Jahr 1839 oder 1840.
Peter Joseph Lülsdorff übernahm im Anschluss, gesichert ab dem
Jahr 1841, eine Schenkwirtschaft mit angeschlossener Brauerei und Brennerei
am Buttermarkt 20 [17]. Im Jahr 1844 ist Peter Joseph Lülsdorff dann auch
offiziell im Branchenverzeichnis als Brauer aufgeführt [18].
Dies ging aber nicht lange gut, wie der folgende Artikel aus
dem Jahr 1847 aufzeigt:
[11:12.07.1847] „…Auf Anstehen der Vormundschaft des
gesetzlich interdicitirten Peter Joseph Lülsdorf dahier, wird der
Unterzeichnete am Dinstag den 13. Juli 1847, Vormittags präcise halb 10 Uhr,
in der Wohnung Sternengasse 25 in Köln, im Saale straßenwärts, einige Gold=
und Silbersachen, als 1 goldene Uhr mit goldener 4 silberne Uhren, 2
silberne Beutelschlösser, goldene Ohr= u. Fingerringe, Vorstecknadeln etc.,
dann eine Partie kupferne und silberne alte Münzen, einige
Pelzsachen,-Vogelsorgel, 1 Spiegel etc. etc.. öffentlich und meistbietend
gegen gleich baare Zahlung versteigern. Schreiner Gerichtsschreiber…“
Peter Joseph Lülsdorff war also entmündigt worden, die Gründe
hierfür sind nicht bekannt. Die häufigsten Gründe für eine Entmündigung
waren zu dieser Zeit „Geisteskrankheit“ oder „Verschwendungssucht“. Auf das
letztere könnte die Tatsache hindeuten, dass mit der Zwangsversteigerung
Geld beschafft werden sollte.
Vermutlich ab dem Jahr 1847, nachgewiesen für das Jahr 1849,
wurde die Schenkwirtschaft am Buttermarkt von Wilhelm Weißenbach geführt
[21]. Peter Joseph Lülsdorff hingegen verschwand von der Bildfläche. In den
Kölner Adressbüchern der Jahre 1846 bis 1849 sind er und auch sein Frau Anna
Sophia nicht verzeichnet [20,21].
Erst im Jahr 1850 taucht seine Frau Anna Sophia wieder auf,
gelistet als „ohne Gewerbe“ in der Spulmannsgasse 43 [22]. Ab dem Jahr 1854
ist dann auch Peter Joseph Lülsdorf wieder im Adressbuch aufgeführt [23].
Ggf. genesen bzw. nicht mehr entmündigt, wird er dort als „Rentner“
bezeichnet.
Am 26. Oktober 1855 verstarb Peter Joseph Lülsdorf im Alter von
54 Jahren [16]. Peter Joseph Lülsdorf’s Witwe heiratete im Jahr 1863 erneut,
diesmal aber keinen Schenkwirt, sondern mit dem Steuerbeamten Karl Krülls
etwas „Solides“ [11:08.11.1863]. Anna Sophia Krülls, Witwe Lülsdorf, geb.
Prang verstarb vermutlich im Jahr 1870 [11:31.05.1870].
Das Brauhaus unter Franz Koep ((1840)-(1844)
Als Franz Koep die Schenkwirtschaft an der alten Mauer an
Aposteln 1 übernahm, war er vermutlich bereits vom Fach. Franz Koep stammte
aus Weilerswist in der Nähe von Euskirchen und in Weilerswist hatte sein
Vater eine Gastwirtschaft mit eigener Brauerei geführt.
Quelle hierfür ist folgender Artikel aus dem Jahr 1828. Nach
dem Tod der Eltern von Franz Koep wurden die Immobilien versteigert um das
Erbe unter den 6 erbberechtigten Kindern aufteilen zu können.
[11:09.09.1828] „…Verkaufs=Anzeige. Auf Betreiben a) des
Anton Koep, junior, Ackersmann, wohnhaft zu Metternich; b) der Eheleute
Heinrich Joseph Scheben, Ackersmann und Wirth, und Eva Koep, beide zu
Weilerschwist wohnhaft, und c) des Franz Koep, Wirth und Ackersmann,
wohnhaft zu Weilerschwist, Kläger und Theilungs=Provokanten, wofür der Herr
Advokat Claisen als Anwalt aufgetreten, gegen Wilhelm Küpper, Schullehrer,
wohnhaft zu Weilersschwist, in seiner Eigenschaft als Hauptvormund der von
den verstorbenen Eheleuten Jakob Koep, Gastwirth und Ackersmann, und Anna
Maria Commer, zeitlebens zu Weilerschwist wohnhaft, hinterlassenen
minderjährigen Kinder, benanntlich: Agnes, Kaspar und Katharina Koep, alle
drei ohne Gewerb, wohnhaft zu Weilerschwist, worüber der zu Weilerschwist
wohnende Wirth und Ackersmann Anton Koep, senior, die Nebenvormundschaft
ausübt, Beklagte und Theilungs=Provokaten, wofür der Herr Advokat Lautz als
Anwalt aufgetreten— sollen die hiernach verzeichneten und den obengenannten
Anton Koep, junior, Ehefrau Scheben, Franz Koep, Agnes Koep, Kaspar Koep und
Katharina Koep gemeinschaftlich zugehörigen Immobilien öffentlich
versteigert werden, nämlich:
1) Ein zu Weilerschwist auf der Hauptstraße an der von Köln nach Euskirchen
führenden Bezirkstraße gelegenes, zu jedem Geschäfte, besonders zur
Gastwirthschaft, durchaus geeignetes Wohnhaus mit Hofraum, Scheune,
Stallungen, Tanzsaal, gewölbtem Keller, kleinem Garten und allen sonstigen
Zubehören, bezeichnet mit Nummer zwei und dreißig und begrenzt von Konrad
Billig und Jakob Schlauß.
2) Ein zu Weilerschwist an der kleinen Bach zwischen dem Bachhofsgarten und
der kleinen Bach gelegenes Brauhaus, bestehend in einer Bierbrauerei mit
Speicher und den zur Bierbrauerei gehörigen Geräthschaften, als: a) eine
Braupfanne, welche sechszehnhundert Quart enthält; b) ein von Ziegeln
gemauerter Sarg, haltend achthundert Quart, mit einer darauf befindlichen
bleiernen Pumpe; c) ein hölzerner Mischungsbottich, halteid zweitausend
Quart; d) ein großer Bierbottich, haltend sechszehnhundert vierzig Quert,
und e) ein Brauschiff, haltend fünfzehnhundert fünf und achtzig Quart.
Der präparatorische Verkauf der obenverzeichneten Realitäten wird am
Donnerstag den zweiten Oktober nächsthin und der definitive Verkauf am
Dinstag den ein und zwanzigsten Oktober laufenden Jahres, jedesmal um elf
Uhr Vormittags, in dem zu verkaufenden, zu Weilerschwist unter Nummer zwei
und dreißig gelegenen Haupthause selbst, vor dem unterzeichneten, zu
Euskirchen residirenden und vom königlichen Landgerichte zu Köln dazu,
zufolge zweier von letzterm am achtzehnten Juni und ein und zwanzigsten Juli
achtzehnhundert acht und zwanzig erlassenen Urtheile, kommittirten Notar vor
sich gehen. Die Bedingungen, unter welchen der fragliche Verkauf Statt
finden wird, liegen auf der Schreibstube des Unterzeichneten zur Einsicht
offen. Euskirchen, den siebenten September achtzehnhundert acht und zwanzig.
Maus, Notar…“
Franz Koep heiratete im Dezember 1839 die aus Oberaußem (bei
Bergheim) stammende Magdalena Esser. Gemeinsam hatten sie mit Helena Clara
(geb. 1840), Wilhelm Franz Hubert (geb. 1842) und Friedrich Wilhelm Joseph
(geb. 1844) 3 Kinder [11:05.12.1840;11:06.08.1842;11:24.02.1844].
Wann genau Franz Koep die Schenkwirtschaft an der Alten Mauer
an Aposteln 1 übernommen hat, ist nicht klar. Im Adressbuch des Jahres 1838
ist noch Peter Joseph Lülsdorff aufgeführt, im nächsten verfügbaren
Adressbuch des Jahres 1841 ist dann Franz Koep aufgeführt („Koep Frz.,
Branntweinbrenner u. Schenker, alte Mauer an Aposteln 1“) [24,17]. Im
Folgeeintrag des Adressbuches aus dem Jahr 1844 ist der gleiche Eintrag zu
finden, im darauffolgenden Adressbuch des Jahres 1846 ist dann schon sein
Nachfolger Johann Strung aufgeführt.
Im Dezember 1844 schaltet Franz Koep folgende Anzeige:
[11:08.12.1844] „…Ein gutgelegenes Haus, worin bisheran noch
Gastwirthschaft mit gutem Erfolg betrieben wird, steht zu verkaufen oder zu
vermiethen und gleich zu beziehen. Bescheid bei F. Koep, an Aposteln Nr. 1…“
Ob mit dem gut gelegenen und zum Verkauf angebotenen Haus das
Haus an der Alten Mauer an Aposteln 1 gemeint war oder nicht, ist nicht
klar, verkauft wurde dieses Haus aber definitiv nicht.
Vermutlich verstarb Franz Koep im Jahr 1845, er dürfte kaum 40
Jahre alt gewesen sein. Gesichert ist das Datum nicht, es muss aber zwischen
Februar 1844 (Geburt seines Sohnes Friedrich Wilhelm Joseph) und Februar
1846 (erneute Heirat der Witwe Magdalena Koep geb. Esser) gewesen sein
[11:11:24.02.1844,11:21.02.1846].
(W002) [11:08.12.1844]
Anzeige von Franz Koep aus dem Jahr 1844. Ob das Haus an Aposteln 1 selbst
zum Verkauf stand oder ein anderes gemeint war, ist nicht klar
Das Brauhaus unter Johann Strung ((1846)-1860)
Nach dem Tod von Franz Koep heiratet die Witwe Magdalena Koep
schnell wieder, diesmal den aus Köln stammenden Johann Strung. Wann genau
ist nicht bekannt, aber spätestens Mitte des Jahres 1846, da bereits im
Februar 1847 mit Franz Joseph Johann Jacob ihr erstes gemeinsames Kind zur
Welt kam [11:05.03.1847]. Auf den ersten Sohn folgten 5 weitere Kinder (Maria Anna
(geb. 1848), Peter Eduard (geb. 1850), Anna Maria & Conrad Joseph
(Zwillinge, geb. 1851) und Sophie Eugenie (geb. 1855)
[11:22.03.1848,25:13.01.1850;11:26.06.1851,11:09.01.1855]. Magdalena Strung,
verwitwete Koep, geb. Esser hatte aus beiden Ehen zusammen also insgesamt 12 Kinder.
Vor der Übernahme der Schenkwirtschaft erscheint Johann Strung
nicht in den Kölner Adressbüchern auf, seine Vorgeschichte ist unklar.
Bekannt ist nur, dass sein Vater nicht etwa Brauer, sondern Bäckermeister
war [11:16.02.1858]. In seiner Heiratsankündigung wird er als Bierbrauer,
wohnhaft in der Weiherstraße, aufgeführt [11:18.02.1846]. Da die Brauer
früher meist auch an ihrer Arbeitsstätte wohnten und die einzige Brauerei,
welche im Jahr 1846 in der Weiherstraße lag, die Brauerei „zu den 4 Rittern“
von Ferdinand Rüttgers war, kann vermutet werden, dass Johann Strung dort zu
dieser Zeit tätig gewesen war [15].
Es zog aber noch mehr Mitglieder der Familie Strung in Richtung
Brauwesen. Folgend ePersonen mit dem Namen Strung sind noch bekannt, welche
eine Brauerei betrieben haben:
•
Conrad Strung, ein Bruder von Johann Strung, betrieb von
1855-1857 eine Brauerei am kleinen Griechenmarkt 57, vorher wurde er
dort schon als Branntweinbrenner geführt. In den Jahren 1859 bis 1865
betrieb er noch eine Brauerei in der Schildergasse 120 [15]
•
Stephan Wilhelm Strung, sehr wahrscheinlich ein weiterer
Bruder von Johann Strung, wird in den 1850er Jahren als Schenkwirt,
Brauer und Brenner in der Apernstraße 7 geführt [27].
Johann Strung übernahm nicht nur den Betrieb der Restauration,
er wurde auch Besitzer der Schenkwirtschaft. Wann genau ist unklar, aber im
Adressbuch des Jahres 1855, in dem zum ersten Mal auch die Besitzer der
Häuser angegeben sind, ist Johann Strung als Besitzer der Schenkwirtschaft
an der Alten Mauer an Aposteln 1 aufgeführt [26].
Bereits im Jahr 1846 wird Johann Strung als „Branntweinbrenner“
bezeichnet, im Jahr 1852 lautet der Eintrag im Personenverzeichnis „Strung
Joh., Schenkwirtschaft, Brau- und Brennerei, alte Mauer an Aposteln 1“ und
im Jahr 1854 taucht er dann zum ersten Mal offiziell im Branchenverzeichnis
als Brauer auf [20,27,23].
Brauerei und Schenkwirtschaft müssen allerdings sehr klein
gewesen sein. Normalerweise gibt es eine Vielzahl von Anzeigen von Vereinen
und Verbänden, welche ihre Treffen in den Restaurationen abhielten, für die
Schenkwirtschaft an der Alten Mauer an Aposteln 1 ist nur eine einzige
Anzeige eines unbedeutenden Lotterie-Vereins bekannt.
[11:02.12.1847] „…Donnerstag den 2. Dec. Versammlung
sämmtlicher Mitglieder der Montags=Gesellschaft und Vertheilung des Gewinnes
bei Johann Strung, Aposteln=Altemauer 1. Der Vorstand…“
Neben dem Betrieb von Wirtschaft und Restauration bot Johann
Strung über Jahre in Zeitungsanzeigen „Trioler Kappusschaber“ (spezielle
Kohl-Messer/-Hobel) zum Kauf an.
[25:25.11.1849] „…Tiroler Kappusschaber können imerfort
bestellt werden am Neumarkt. St. Aposteln Altemauer Nr. 1, bei Johann Strung,
Branntweinbrenner…“
Im Jahr 1860 erwarb Johann Strung die beiden benachbarten
Häuser Alte Mauer an Aposteln 2A und 2B und verlagerte Brauerei, Brennerei
und Schenkwirtschaft dorthin. Die Familie Strung blieb auch weiterhin
Besitzer des Hauses in der Nummer 1.
Vermutlich im gleichen Jahr, nachdem er Brauerei und
Restauration über 14 Jahre geführt hatte, verstarb Johann Strung. Leider ist
nicht bekannt unter welchen Umständen und in welchem Alter.
(W007) [11:21.02.1846]
Heiratsanzeige von Johann Strung und Magdalena Esser aus dem Jahr 1846
(W008) [11:02.12.1847]
Außer einer kleinen Lotterie-Gesellschaft versammelten sich keine Vereine in
der (zu kleinen) Restauration. Anzeige aus dem Jahr 1847
(W009) [25:25.11.1849]
Johann Strung verkaufte auch "Tiroler Kappusschaber" (spezielle Kohl-Messer/ -Hobel). Anzeige aus dem Jahr 1849
Das Brauhaus unter Johann Strung Witwe (1861-1874)
Nach dem Tod von Johann Strung nahm seine Witwe, Magdalena
Strung geb. Esser, die Geschäfte in dies Hand. Dies aber erst nach einer
Pause von ca. 2 Jahren, denn es mussten zuerst die Erbstreitigkeiten
geregelt werden. Clara Koep, eine Tochter des verstorbenen ersten Mannes von
Witwe Strung, klagte auf Teilung der Erbmasse, welche als Konsequenz
versteigert wurde.
[11:03.08.1862] „…Licitation. In der gerichtlichen
Theilungssache der Fräulein Clara Koep, ohne Geschäft, Klägerin, vertreten
durch Advocat=Anwalt Carl Hartzfeld, gegen
1) die Rentnerin Frau Magdalena Esser, Witwe erster Ehe von Franz Koep und
zweiter Ehe von Joseph Strung, Beklagte, vertreten durch Advocat=Anwalt
Gustav Schenk.;
2) den Hutfabricanten Herrn Diedrich Haberfelder, in seiner Eigenschaft als
Nebenvormund der in erster Ehe der gedachten Frau Magdalena Esser mit Franz
Koep gezeugten noch minderjährigen Kinder Wilhelm Koep und Joseph Koep,
beide ohne Gewerbe, bei ihrer genannten Mutter und Hauptvormünderin
domicilirt, Mitverklagte, vertreten durch Advocat=Anwalt Maxmilian Commer,
alle diese genannten Personen in Köln wohnend, wird der unterzeichnete zu
Köln wohnende Königlich Preußische Notar Anton Hubert Bieger, auf Grund
Urtheiles des hiesigen Königlichen Landgerichtes vom 24. April l. J. die
folgenden Immobilien als: Stadtkreis und Gemeinde Köln
1) das in der Stadt Köln, alte Mauer an Aposteln unter Nr. 1 gelegene Haus
mit Um= und Unterlage und allem An= und Zubehör, begränzt nördlich von Anton
Joseph Breuer, östlich und südlich von der alten Mauer an Aposteln und
westlich von Carl Georg Wilhelm von Ammon, catastrirt sub Flur 18 Nr. 284
mit 5 Ruthen 95 Fuß Fläche, taxirt zu 2000 Thlr.;
2) das in der nämlichen Stadt an St. Agatha unter Nr. 21 gelegene Haus mit
Umund Unterlage und allen An= und Zubehörungen, gränzend nördlich an Peter
Anton Hoeser, östlich an St. Agatha, südlich an Gerhard Bonn und westlich an
Johann Wilhelm Braun und Miteigenthümer, catastrirt sub Flur 7 Nr. 120, mit
4 Ruthen 86 Fuß Fläche, taxirt zu 4000 Thlr., am Montag den 26. October l..,
Nachmittags 3 Uhr, auf seiner Amtsstube dahier, Langgasse Nr. 2A, unter
Zugrundelegung der angegebenen Taxen öffentlich zum Verkaufe an den
Meistbietenden ausstellen. Die Bedingungen und sonstigen Voracten liegen zu
Jedermanns Einsicht in der Amtsstube des Unterzeichneten offen. Köln, den 1.
August 1862. Bieger, Notar…“
Wie genau die Versteigerung ausging, ist nicht bekannt, allerdings
wurde die Witwe Strung weiterhin als Eigentümerin der Häuser Alte
Mauer an Aposteln 1, 2A und 2B geführt. Vermutlich wurde nach dem Tod von
Johann Strung die Brauerei kurzzeitig stillgelegt. Hierauf deutet folgende
Anzeige hin, in der die Witwe Strung leere Bierfässer zum Verkauf anbot.
[11:27-03.1861] „…Leere Bierfässer zu verkaufen. Näh. bei
Witwe Strung. Ap. Alte Mauer 2 AB…“
Im den Jahren 1860 bis 1862 wird die Witwe Strung als „ohne
Gewerbe“ bezeichnet und es ist auch keine Schenkwirtschaft o.ä. aufgeführt
[28,]. Im Jahr 1863 taucht dann an der Alten Mauer an Aposteln 2AB ein
gewisser Herr Schmitz mit der Bezeichnung Branntweinbrenner auf, der ein
Jahr später aber wieder verschwunden ist [30,31]. Stattdessen erscheint ab 1864
wieder die Witwe Strung, diesmal mit Gewerbe auf („Strung Magdalena, Wwe.,
Brau= und Brennerei, alte Mauer an Aposteln 2AB“) [31].
Im Branchenverzeichnis ist die Brauerei in den Jahren 1860 bis
1862 nicht aufgeführt, vom Jahr 1863 bis 1867 unter „Johann Strung“ (der
bekanntlich ja bereits verstorben war) und erst ab dem Jahr 1868 gibt es mit
„Strung Joh., Wwe“ einen konkreten Bezug zu Witwe Strung [30,32,33].
Im Jahr 1873 entschloss sich die Witwe Strung ein drittes Mal
zu heiraten, diesmal den Kölner Lithografen Carl Anton Ebeler
[11:15.06.1873].
Mittlerweile war auch Joseph Koep, ein Sohn aus erster Ehe von
„Magdalena Ebeler geb. Esser verw. Strung verw. Koep“ in das Geschäft mit
eingestiegen. Im Jahr 1874 setzt sich Magdalena Ebeler zur Ruhe und übergab
die Geschäfte an ihren Sohn Joseph Koep, blieb aber weithin Besitzerin der
Brauerei [34].
Magdalene Ebeler verstarb im März 1879 im Alter von 61 Jahren
[11:12.03.1879].
(W010) [11:27.03.1861]
Im Jahr 1861 bot die Witwe Strung leere Bierfässer zum Verkauf. Vielleicht
ein Hinweis darauf, dass die Brauerei nach dem Tod ihres Mannes ersteinmal
stillgelegt wurde
Das Brauhaus unter Joseph Koep (1874-1877)
Friedrich Wilhelm Joseph Koep, das jüngste Kind von Witwe Koep,
heiratete vermutlich kurz vor der Übernahme der Brauerei die aus Köln
stammende Catharina Dahlen [11:28.05.1874]. Ihr einziges bekanntes Kind,
Tochter Elisabeth Caroline, wurde im Juni 1876 geboren [11:07.06.1876].
Im Jahr 1877 wurde die Straße „Alte Mauer an Aposteln“ in „Gertrudenstraße“
umbenannt, die Brauerei lag also fortan in der Gertrudenstraße 2AB [36,35].
Joseph Koep führte die Brauerei nur 3 Jahre, dann orientierte
er sich um, die Gründe hierfür sind unklar, und eröffnete eine eigene
Brauerei in der Breitestraße 22.
[37:02.09.1877] „…Wirthschafts-Eröffnung. Heute eröffnete ich
in dem Hauser Breitestraße Nr. 22 (Ruhrgassen-Ecke) eine Brau= und
Brennerei. Durch Verabreichung guter und reiner Getränke werde ich die Gunst
der mich mit ihrem Besuche beehrenden Gäste zu erwerben und zu erhalten
suchen.— Köln, den 1. September 1877. Joseph Koep…“
In der Breitestraße 22 hatte zuvor die Witwe von Michael
Schmitz, welcher im Jahr 1874 im Alter von 46 Jahren verstorben war, eine
Branntweinbrennerei geführt [11:14.05.1874]. Ob dieser Michael Schmitz einen Bezug
zu jenem Schmitz hat, der im Jahr 1863 die Schenkwirtschaft an der Alten
Mauer an Aposteln 1 führte, ist unklar.
Im Jahr 1879 kam es, vermutlich wegen Erbstreitigkeiten, zu einer
Zwangsversteigerung der Häuser in der Gertrudenstraße 1 und 1a, welche beide
der 6 Monate zuvor verstorbenen Witwe Koep / Strung geb. Esser gehörten. Die
Brauerei in der Gertrudenstraße 2AB war nicht Teil der Versteigerung.
[11:09.08.1879] „…Licitation. In der gerichtlichen
Theilungssache:
1) des Joseph Koep, Wirth in Köln,
2) der Eheleute Christian Veithen, Wirth, und Clara geborene Koep, ohne
Geschäft, beide zu Köln, Kläger, vertreten durch Advocat=Anwalt Franz Hauck
zu Köln, gegen:
1) die Witwe Wilhelm Koep, Elise geborene Antony, Wirthin zu Ehrenfeld, für
sich und als Vormunderin ihres aus der Ehe mit Wilhelm Koep hervorgegangenen
noch minderjährigen Kindes Franz Koep, Verklagte, vertreten durch Advocat=Anwalt
Joseph Grommes zu Köln;
2) Eheleute Carl Ebeler, Lithograph, und Anna Maria geborene Strung, beide
zu Köln, Verklagte, vertreten durch die Advocaten Joseph Riffart und Roland
Eilender zu Köln, Ersterer als Anwalt,
3) Franz Strung, Organist,
4) Peter Eduard Strung, Wirth,
5) Conrad Strung, ohne Geschäft,
6) Sophia Eugenie Strung, ohne Geschäft, Verklagte, ad 3, 4, 5 und 6
vertreten durch Advocat=Anwalt Justizrath Franz Goetz zu Köln, und auf Grund
Urtheiles des Königlichen Landgerichts. zu Köln vom 26. Juli currentis wird
der unterseichnete, zu Köln wohnende Notar Franz Friedrich Wilhelm Goecke am
Sonnabend den 18. October 1879, Nachmittags 3½ Uhr, auf seiner Amtsstube,
Cardinalstraße Nr. 1 zu Köln, öffentlich meistbietend versteigern die
nachbezeichneten Immobilien:
I. Stadtkreis, Gemeinde und Oberbürgermeisterei Köln, 1) das in der Stadt
Köln in der Gertrudenstraße gelegene, mit Nr. 1 bezeichnete Wohnhaus, …
taxirt zu 9200 Mark;
2) das daselbst an der Gertrudenstraße gelegene, mit Nr. 1a bezeichnete
Wohnhaus, … begränzt von der Gertrudenstraße, Witwe Joseph Strung, Carl von
Ammon, taxirt zu 11000 Mark;
3) 18 Aren 58□-Meter Gartenland, am Kirchelchen, taxirt zu 5400 Mark. … Das
Bedingungenheft so wie die sonstigen Voracten liegen auf der Amtsstube des
Unterzeichneten, Cardinalstraße Nr. 1 dahier, zu Jedermanns Einsicht offen.
Köln, den 18. August 1879. Der Königliche Notar, Goecke…“
Im Jahr nach der Versteigerung sind als Eigentümer aller
Immobilien (Gertrudenstraße 1, 1A und 2AB) die „Geschwister Strung o.G.“
aufgeführt. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei und Wilhelm, Christine
und Conrad Strung [39].
Joseph Koep führte die Brauerei in der Breitestraße 22 nur
knapp 5 Jahre, im März 1882 verstarb er völlig unerwartet im Alter von nur
38 Jahren [38:30.03.1882]. Seine Witwe, Catharina Koep geb. Dahlen, führte
die Brauerei zuerst weiter, im Jahr 1883 ist sie im Branchenverzeichnis als
Brauerin aufgeführt („Koep Wwe., F.W.J., Breitestraße 22“).
(W004) [11:28.05.1874]
Heiratsanzeige von Joseph Koep und Catharina Dahlen aus dem Jahr 1874
(W001) [11:23.05.1876]
Die Anzeige von Joseph Koep aus dem Jahr 1876 deutet auf eine Schließung der
Brauerei hin. Ohne Brauen wird nur noch wenig Eis gebraucht
Das Riesenbrauhaus unter Peter Eduard Strung (1877-1883)
Am 8. Juli 1877 übernahm Peter Eduard Strung die Brauerei in
der Gertrudenstraße von Joseph Koep und kündigte dies in Zeitungsanzeigen
wie folgt an:
[37:08.07.1877] „…Wirthschafts-Eröffnung. Hiermit die
ergebene Anzeige, daß ich heute die seit langen Jahren bestehende Brau- und
Brennerei Gertrudenstrasse 2 ab (an Aposteln) übernommen und eröffnet habe.
Das meinen Vorgängern zu Theil gewordene Vertrauen bitte ich auch auf mich
gütigst zu übertragen. Ich werde bestrebt sein, das Renommée des Hauses
durch Verabreichung feiner Getränke sowie schmackhafter Speisen und
aufmerksame Bedienung ungeschwächt zu erhalten. Meine Freunde und Bekannten
zu gefälligem Besuche bestens einladend, zeichne mit aller Achtung Köln, den
7. Juli 1877. Peter Eduard Strung, früher Jos. Koep…“
Peter Eduard Strung war ein Stiefbruder von Joseph Koep und zum
Zeitpunkt der Übernahme 27 Jahre alt [25:13.01.1850]. Er folgte damit mit
Unterbrechungen seinem Vater, der die Brauerei von 1846 bis 1860 betrieben
hatte.
2 Wochen vor der Übernahme heiratete Peter Eduard Strung die
ebenfalls aus Köln stammende Maria Agnes Xaveria Keulen. Bekannt sind 5
gemeinsame Kinder, Joseph (geb. 1878), Franz Eduard (geb. 1879), Joseph Otto
(geb. 1881), Maria Eugenie (geb. 1882) und Maria Bernhardine (geb. 1887)
[11:15.04.1878,11:30.07.1879,11:05.03.881,11:25.05.1882,11:19.11.1887].
Mit der Übernahme einher ging die Schließung der Brauerei. Ggf. wurde die
Brauerei auch schon 2 Jahre früher geschlossen (obwohl Peter Eduard Strungs
Vorgänger Joseph Koep im
Branchenverzeichnis des Jahres 1877 noch als Brauer verzeichnet ist [35],
deutet hierauf eine Anzeige aus Mai 1876 hin, in der Joseph Koep 400 Centner
Eis zum Verkauf anbot [11:23.05.1876]).
Etwas kurios mutet folgende Stellenanzeige an, in der Peter
Eduard Strung einen gewandten jungen Mann von braven Eltern zum Aufwarten
suchte. Vom Fach musste dieser nicht sein, er musste sich nur dazu „befähigt
glauben“.
[41:25.06.1881] „…Ein seiner Militairpflicht genügt habender
gewandter junger Mann, gleichviel welcher Branche, von braven Eltern, zum
Aufwarten in eine Bier= und Branntwein=Wirthschaft gegen hohen Lohn gesucht.
Nur solche belieben sich zu melden, die sich dazu befähigt glauben. Strung,
Köln, Gertrudenstraße 2ab…“
Wer sich wundert, warum diese Dokumentation den Namen
„Riesenbrauhaus“ trägt, der wundert sich zurecht. Zu Zeiten des Betriebes
der Brauerei gibt es keinerlei Hinweis auf die Verwendung dieses Namens.
Erst Peter Eduard Strung führte den Namen für seine Restauration ein.
Vermutlich um sich von anderen Restaurationen abzuheben führte er zuerst
„Riesengläser“ ein, die er in Anzeigen in der Kölner Presse bewarb.
Überhaupt war Peter Eduard Strung der erste, der aktiv Anzeigen in der
Kölner Presse schaltete.
[37:24.04.1881] „…! Riesengläser! Indem ich durch An- und
Umbau die bedeutende Vergrößerung meines aufs bequemste eingerichteten
Lokales anzeige, mache ich gleichzeitig auf den Beginn des Ausschanks eines
hochfeinen Lagerbiers aus der berühmten, anerkannt leistungsfähigsten
Brauerei von Christian Sünner in Deutz und Kalk aufmerksam. Der Ausschank
geschieht außer in meinen schon außergewöhnlich großen Gläsern zu 10 Rpfg.
auch in sogenannten Riesengläsern über ½ Liter enthaltend, zu 15 Rpfg. Peter
Eduard Strung Gertrudenstraße 2ab neben dem Circus Carré. Keine
undurchsichtbare Steinkrüge, sondern crystallhelle !Riesengläser!...“
Außer das „crystallhelle Riesengläser“ statt „undurchsichtbaren
Steinkrügen“ verwendet wurden ist der Anzeige auch zu entnehmen, dass ab dem
Jahr 1881 Bier der Brauerei Gebrüder Sünner aus Kalk ausgeschenkt wurde . Weiter wurde die Restauration auch vergrößert und modernisiert.
Der letzte Hinweis galt der Nähe zum Circus Carré. Die
Restauration lag an sich schon sehr günstig, direkt am Neumarkt. Sie lag aber
auch in unmittelbarer Nähe zum Circus Carré, einem im Jahr 1878 erbauten
Gebäude, in dem ein ständiger Zirkus seine Vorstellungen gab. Erbaut wurde
der Zirkus von Oscar Carré, der vorher schon, ebenfalls in der
Gertrudenstraße, das Varieté Gertrudenhof betrieben hatte [40]. Und da bot
es sich an, das Zirkus-Publikum vor und nach den Vorstellungen in die
Restauration von Peter Eduard Strung zu locken.
Nicht nur die Gläser waren riesig, es gab z.B. auch 60 cm lange
Riesenwürste oder Käsebrötchen mit 60-80 cm Umfang [37:08.10.1882]. Was lag
da näher als gleich die ganze Restauration mit riesig zu betiteln.
Die erste bekannte Nennung des Namens „Riesenbrauhaus“ stammt allerdings
nicht von Peter Eduard Strung selbst, sondern aus einem am 24. September
1882 im Kölner Sonntags-Anzeiger erschienen Artikel. Dieser singt in
Reimform ein Lobeslied über das Riesenbrauhaus.
[37:24.09.1882] „…Vieles ist belobt, besungen,
Was uns wohl ergötzen kann; Manches ist schon
längst verklungen, Und kein Mensch denkt mehr
daran. Deshalb Neues ich erzähle Ueber ein
Local von hier, Glaubet nur nicht, daß ich
fehle, Wenn ich sag', es macht Pläsir.
Das Local mal zu besprechen, Riesenbrauhaus
ist's benannt; Und man sieht's gleich an
der Zeche, Was dort giebt, das ist scharmant.
Denn die Cotelettes, Beefsteaks Braten, Sind
vergriffen, eh' man's denkt, Und ich
glaub', daß ich's errate Wenn ich sag', weil
halb geschenkt. Und in nie gesehener Länge
Giebt es Schinken, Käse, Wurst, Und die so
gespeiste Menge Spürt'nen angenehmen Durst.
Und auch diesen gut zu stillen, Ist das Bier
sowie der Wein Ausgezeichnet, und die Fülle
Des Verbrauchs zeugt dies allein. Wirt u.
Wirtin sind dort freundlich Artig gegen jedermann,
Die Bedienung ist nicht säumig, Schnell wie
man's nur wünschen kann; Denn erfahr'ne junge
Männer Führen stets sie pünktlich aus,
Und wer in der Sach ist Kenner, Sagt's ist
gut, und geht nach Haus. Und nun schließ ich
die Erzählung Weil ich glaub', es ist genug,
Das Local ist der Erwählung Stets willkomm'ner
dem Besuch; Und wer nie ist dort gewesen,
Geh' nur hin, da kann er's seh'n: „Wahr ist,
was ich hab' gelesen!“ Wird er dann sich
eingesteh'n…“
2 Wochen später erschien die erste Anzeige von Peter Eduard
Strung, in dem der Begriff Riesenbrauhaus verwendet wurde („Restauration
Strung genannt „Zum Riesen-Brauhaus“) [37:08.10.1882].
Am gleichen Tag erschien ein Artikel über den Circus Carré,
beziehungsweise über den Zirkus Corty-Althoff, der dort eine Vorstellung
gab. Und passender Weise wurde in diesem Artikel auch kräftig die
Werbetrommel für das Riesenbrauhaus gerührt.
[37:08.10.1882] „… ...und kommen Sie mit zur Königin der
Luft, die im Menschlichen und Irdischen den seltsamen Namen Katarinodar
führt und sich heute Abend in der Eröffnungs=Vorstellung des Circus Corty=Althoff
producieren wird. Oder ziehen Sie Parterre=Gymnastik vor? Die bekannte und
beliebte Familie Nagels wird damit aufwarten! Verlangen Sie nach hoher
Schule, nach Dressur in Freiheit, nach Parforcesprüngen und Bravourstücken
auf gesatteltem und ungesatteltem Pferde? Ihr Verlangen wird gestillt
werden! Lieben Sie Tanz und plastische Gruppen? Zwanzig Balletdamen, zwei
Solotänzerinnen— hochelegante Costüme, brillante elektrische Beleuchtung!
Lachen Sie gern? Sechzehn Clowns und ein August! Halten Sie nervöse
Aufregungen hin und wieder für etwas Heilsames? Gastspiel des Tierbändigers
Batty mit seinen fünf dressierten Löwen und einer Ulmer Dogge! Sie sehen,
für jeden Geschmack ist aufs beste gesorgt! Sollte aber die eine oder andere
Nuance desselben im Circus noch unbefriedigt geblieben sein— wohlan, in
nächster Nachbarschaft ladet das Riesen=Brauhaus zu Rast und Stärkung ein.
Für 10 Pfg. ein Riesenglas hochfeinen Märzen Lagerbiers, für 15 Pfg. ein
Brötchen mit feinstem holländischem Käse in einem Umfang von 60 bis 80
Centimetern— ungefähr meine Taillenweite—, für 25 Pfg. eine auf das
allerfeinste zubereitete Riesenwurst in einer Länge von 45 bis 60
Centimetern, — Ich danke, Verehrter, ich bin in jeder Beziehung befriedigt.—
Sie kommen also?— Halb zog es ihn, halb sank er hin— ich komme!...“
Ende des Jahres 1883 oder Anfang des Jahres 1884 war für Peter
Eduard Strung Schluss mit dem Riesenbrauhaus. Mittlerweile Besitzer des
Hauses verkaufte er das Riesenbrauhaus an Peter Doetsch [42:1884]. Die Häuser
in der Gertrudenstraße 1 und 1A, welches sich ja auch im Besitz der Familie
Strung befanden, waren bereits im Jahr 1881 verkauft worden [32:1881].
Die Gründe für den Verkauf sind unklar. Peter Eduard Strung
blieb aber im Fach, er erwarb ein leerstehendes Grundstück in der
Martinstraße 20 und erbaute ein Haus für seine neue Restauration
[42:1885,1886]. Im Jahr 1885 eröffnete er dort seine neue Restauration „zum
ältesten Cardinal“, welches er als „Restaurant ersten Ranges“ bewarb
[11:15.08.1885,11:25.11.1885].
Aber auch dieses Geschäft war nicht von langer Dauer. Bereits
im Jahr 1889 verkaufte er den Cardinal an den Kaufmann Gottfried Nöcker (im
Anschluss wurde in der Martinstraße 20 keine Restauration mehr betrieben)
und erwarb von Franz Wilhelm Langen eine schon länger bestehende
Weinwirtschaft am Buttermarkt 43. Dort führte Peter Eduard Strung eine
Restauration mit angeschlossener Weingroßhandlung [42:1888,1889].
Nach nur 2 weiteren Jahren war auch hier Schluss. Peter Eduard
Strung verkaufte sein Geschäft am Buttermarkt 43 an Wilhelm Bröhl, der dort
das gleiche Geschäft fortsetzte.
Die nächste Station war in der Leystraße am Heumarkt.
Hausnummern gab es dort zwar keine, aber dafür genug Restaurationen. Peter
Eduard Strung betrieb dort ab dem Jahr 1891 eine Weingroßhandlung.
Diesmal dauerte es kein Jahr, bis Peter Eduard Strung wieder
eine Veränderung brauchte. Im April 1892 eröffnete er in der Johannisstraße
16-18, direkt am Central-Bahnhof, ein Hotel mit Weinrestaurant und
Weinhandlung [43:17.04.1892].
Hier hielt er es immerhin 3 Jahre aus. Im Jahr 1894 wurde in
Köln, in der Liebigstraße 120A, ein neuer Schlacht- und Viehhof gebaut.
Peter Eduard Strung bewarb sich als Pächter für das angeschlossene
Restaurant. Obwohl er unter den 3 Bewerbern das geringste Pachtangebot
abgab, bekam er den Zuschlag.
[11:14.12.1894] „…Städtische Nachrichten. Köln, 14, December.
In der geheimen Sitzung der Stadtverordneten=Versammlung wurde über die
Verpachtung der Restauration im neuen Schlacht= und Viehhofe verhandelt. Es
war unter drei Bewerbern zu entscheiden, von welchen Herr H. J. Bauer=Köln
33 300 M., Herr Liesering=Crefeld 30 000 M. und Herr P. E. Strung=Köln 28
100 M. geboten hatten. Dem Pächter der Restauration soll auferlegt werden,
ein nach Kölner Art gebrautes und zwei nach bairischer Art gebraute Biere,
davon eins aus Süddeutschland, zu führen. Falls Herr Strung diese
Bedingungen annimmt, soll ihm die Restauration zum Pachtbetrage von 28 100
M. übertragen werden…“
Warum gerade Peter Eduard Strung den Zuschlag bekam ist nicht
bekannt. Kontinuität in seinen Geschäften kann der Grund nicht gewesen sein.
Immerhin hielt es ihn hier fast 4 Jahre. Im Jahr 1898 übernahm
er das 5 Jahre zuvor gegründete Café Bauer auf der Hohestraße 68-72.
[11:04.12.1898] „...In das hiesige Firmen=Register ist bei
Nr. 6690 vermerkt worden, daß der früher in Köln, jetzt in Hallensee
wohnende Cafetier Anton Wolfschütz sein zu Köln bestehendes Handelsgeschäft
unter der Firma "Café Wolf Nachflg. A. Wolfschütz" mit einschluß der Firma
an den in Köln wohnenden Restaurateur Pet. Eduard Strung übertragen hat,
welcher das Geschäft unter der Firma „Café Bauer Nachflg. P. E. Strung Köln“
fortführt. Sodann ist in demselben Register Nr. 7114 der Restaurateur Pet.
Eduard Strung in Köln als Inhaber der Firma: „Café Bauer Nachflg. P. E.
Strung“ heute eingetragen worden…“
Das Café Bauer war ein klassisches Café, auf der ersten Etage
befand sich ein großer Billard-Salon.
Im November 1901 gab es im Café Bauereinen Skandal. Peter Eduard Strung ließ
einige Gäste hinauswerfen, weil ihm diese nicht passend gekleidet waren.
Dies Gäste waren aber nicht irgendwelche Gäste, sondern Mitglieder des
Tegernseer-Ensembles, welches in Trachten gekleidet im Skala-Theater auftrat
und sich nach der Vorstellung im Café Bauer noch etwas trinken wollte.
[44:06.11.1901] „…Die Tegernseer in Köln. Man schreibt uns
aus Köln, 5. Nov.: Vier Mitglieder des hier im Skala=Theater auftretenden
Tegernseer=Ensembles besuchten am vorgestrigen Abend mehrere größere
Restaurants und wollten vor 1 Uhr im Café Bauer an der Hohestraße einen
Nachttrunk genießen. Vom Buffet aus wurde durch den Kellner indessen den
Tegernseer bedeutet, daß ihnen keinerlei Speise und Getränke verabreicht
würden. Der Wirth verabreiche an Gäste in solchem Aufzuge nichts. Sie
sollten schleunigst sein Lotal verlassen, widrigenfalls er sie hinauswerfen
ließe. Als die Gesellschaft durch den Hauptausgang das Lokal verlassen
wollte, wurde sie an eine Nebenthüre verwiesen und eine der Damen von einem
Angestellten im wahren Sinne des Wortes an die Luft gesetzt. Eine große
Anzahl Gäste stellte den Künstlern ihre Namen zur Verfügung, und in weniger
als fünf Minuten hatte das Publikum das „gastfreundliche" Lokal unter
lebhaftem Protest verlassen. Die Direction der Tegernseer hat sofort gegen
den Wirth des Café Bauer, Peter Eduard Strung, eine Beleidigungsklage bei
der Staatsanwaltschaft eingeleitet…“
Bezeichnend ist, dass dieser Artikel nur im Kölner Tageblatt
erschien und in keiner sonstigen Kölner Zeitung. Die Presse der Umgebung war
da nicht so zurückhaltend. Der Artikel erschien auch (ohne Anspruch auf
Vollständigkeit) im Bonner Generalanzeiger, der Ruhrorter Zeitung, dem
Münsterischen Anzeiger, der Bonner Volkszeitung, der Hagener Zeitung, dem
Remscheider General-Anzeiger, dem Lenneper Kreisblatt, dem Zeitungs-Boten
aus Langenberg, der Rhein- und Ruhrzeitung, dem Solinger
Kreis-Intelligenzblatt, der Solinger Zeitung, der Essener Volks-Zeitung, der
Siegener Zeitung, der Lippischen Tageszeitung, der Gevelsberger Zeitung und
der Düsseldorfer Zeitung.
Peter Eduard Strung fühlte sich genötigt zu antworten und den
Fall zu relativieren. Seine Antwort erschien 3 Tage später als halbseitige
Anzeige in der Kölnischen Zeitung.
[11:09.11.1901] „…Café Bauer, Köln a. Rh., Hohestrasse 69/71.
Wahrheitsgetreue Erwiderung auf den Sprechsaal-Artikel im Kölner Tageblatt
vom 5. November 1901. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag (2. November),
kurz vor 2 Uhr, trat eine Gesellschaft von 2 Damen und 3 Herren im
Tirolercostüm, gefolgt von andern Leuten, in mein Café. Da mir von dem
Gastspiel der Tegernseer nichts bekannt war, so war ich der Meinung, daß
eine gewöhnliche Tiroler-Sängergesellschaft das Local beträte, und ich wurde
hierin noch bestärkt, als die Eintretenden von einem Teile der Gäste
angejodelt wurden. Um jeden Lärm zu vermeiden, ordnete ich an, daß den
Leuten nichts verabreicht werden sollte. Ein Herr, der, wie ich glaubte, im
Gefolge der Tiroler erschienen war, wollte sich bei mir beschweren. Ich
erklärte ihm jedoch, wir hätten keinen Carneval und würde nichts
verabreichen. Irgend eine Drohung oder ein Anfassen hat nicht stattgefunden,
letzteres ist auch selbstverständlich nicht von mir angeordnet worden; auch
ein Verlangen, den Seitenausgang zu benutzen, ist von mir nicht gestellt
worden. Nach dem Vorgetragenen glaube ich, daß ich im Interesse der Ordnung
und Ruhe in meinem Locale durchaus correct gehandelt habe und daß hiermit
alle ruhigen Gäste durchaus einverstanden waren. Von der Absicht der
Beleidigung kann daher auch gar keine Rede sein. P. E. Strung…“
Ob es hier noch ein gerichtliches Nachspiel gab ist nicht
bekannt, der Reputation des Café Bauer war es aber bestimmt nicht
zuträglich.
Auch die Station im Café Bauer dauerte nur gut 3 Jahre. Peter
Eduard Strung verstarb im Febraur 1902 im Alter von 52. Jahren
[43:26.02.1902]. Das Geschäft wurde zuerst von seiner Witwe Agnes Strung
geb. Keulen fortgesetzt und anschließend bis zum zweiten Weltkrieg von seinen Söhnen
.
Nach dem Krieg wurde das Café Bauer nicht wiedereröffnet, in
den Gebäuden in der Hohestraße 69-71 war zuerst das Kaufhaus von Hermann
Frank ansässig und anschließend das Schuhgeschäft Salamander, das wohl jeder Kölner
kannte. Heute sind dort beliebige Geschäfte.
(W011) [11:30.06.1877]
Heiratsanzeige von Peter Eduard Strung und Agnes Keulen aus dem Jahr 1877
(W004) [37:08.07.1877]
Eröffnungsanzeige von Peter Eduard Strung aus dem Jahr 1877. Von
"Riesenbrauhaus" ist noch nicht die Rede
(W002) [37:24.04.1881]
Das erste Mal "Riese", Bier in XXL-Gläsern. Anzeige aus April 1881
(W005) [37:01.05.1881]
Zu den Riesengläsern gibt es jetzt auch 40cm lange Knackwürste. Anzeige aus
Mai 1881
(W003) [41:25.06.1881]
Wer sich befähigt fühlt, muss auch nicht vom Fach sein. Anzeige aus dem Jahr
1881
(W006) [37:18.09.1881]
Werbung von Peter Eduard Strung aus September 1881. Neben dem großen Hinweis
aus den Circus Carré ist die halbe Speisekarte abgedruckt
(W001) [37:08.10.1882]
"Restauration Strung genannt zum Riesen-Brauhaus". Erste Anzeige von Peter
Eduard Strung, in dem er sein Lokal als "Riesen-Brauhaus" bezeichnet
(W012) [11:25.11.1885]
Nach dem Peter Eduard Strung die Restauraton an der Alten Mauer an Aposteln
abgegeben hatte, eröffnete er in der Martinstraße 20 das Restaurant (ersten
Ranges) "zum ältesten Cardinal"
(W013) [43:05.12.1889]
Im Jahr 1889 betrieb Peter Eduard Strung eine Weingroßhandlung und
Restauration am Buttermark 43
(W015) [38:30.05.1891]
Auch am Buttermarkt 43 blieb Peter Eduard Strung nicht lange, im Jahr 1891
übernahm Wilhelm Bröhl hier die Geschäfte
(W016) [43:13.06.1891]
Im Jahr 1891 betrieb Peter Eduard Strung eine Weingroßhandlung am Leystapel
44
(W017) [43:17.04.1892]
Im April 1892 eröffnete Eduard Strung ein Hotel mit angeschlossenem
Weinrestaurant und Weinhandlung in der Johannisstraße 16-18, direkt am
heutigen Hauptbahnhof gelegen
(W022) [43:29.06.1904]
Eduard Strung betrieb das Café Bauer auf der Hohestraße von 1898 bis zu
seinem Tod im Jahr 1902
(PK003) [unbekannt]
Postkarte des "Café Bauer Nachf. P.E. Strung", gelaufen im Jahr 1898
(PK001) [unbekannt]
Weitere Postkarte des Cafe Bauer, gelaufen im Jahr 1900
(PK001) [unbekannt]
Postkarte mit der prunkvollen Innenansicht des Café Bauer, gelaufen im Jahr
1921
(W018) [11:26.02.1902]
Todesanzeige von Peter Eduard Strung, geschaltet von der Familie, welcher am
25. Februar 1902 im Alter von 52 Jahren verstarb
(W019) [11:26.02.1902]
Weitere Todesanzeige von Peter Eduard Strung, geschaltet von den
Mitarbeitern des Café Bauer
(W021) [43:27.02.1902]
Weitere Todesanzeige von Peter Eduard Strung, geschaltet von der Kölner
Wirte-Innung
(W020) [43:16.11.1914]
Todesanzeige von Witwe Strung, Agnes geb. Keulen, welche am 14. November
1914 im Alter von 64 Jahren verstarb
Das Riesenbrauhaus unter Peter Doetsch (1884-1891)
Vermutlich Anfang 1884 erwarb Peter Doetsch das Riesenbrauhaus
von Peter Eduard Strung.
Peter Doetsch taucht zum ersten Mal im Jahr 1882 in den Kölner
Adressbüchern auf, wohnhaft in der Plankgasse 7 und ohne Gewerbe
[42:1881,1882]. Woher er stammte und woher die Kontakte zu Peter Eduard
Strung kamen, ist unklar.
Peter Doetsch führte die Restauration ohne große Veränderungen
weiter. Er bezeichnete die Restauration weiterhin als „Riesenbrauhaus“,
verkaufte auch die „bekannten Riesenwürste“, es gab aber keine
„Riesengläser“ oder ähnliches mehr.
Auf den benachbarten Zirkus wies er aber ebenfalls ausführlich
hin. Im Jahr 1887 wurde anstelle des Circus Carré das Reichshallentheater
eröffnet. Dieses war das drittgrößte Theater in Köln mit über 1.000
Zuschauerplätzen
[40]. Jeder Zuschauer ein potentieller Gast.
Im Jahr 1888 wurden die Haunummern in der Gertrudenstraße neu
nummeriert. Das Riesenbrauhaus befand sich im Anschluss in der
Gertrudenstraße 4 statt wie vor in der Gertrudenstraße 2AB [21:1887,1888 ].
Aber auch Peter Doetsch hielt es nicht lange im Riesenbrauhaus.
Vermutlich Ende des Jahre 1891 verkaufte er das Riesenbrauhaus an Josef
Keller und verzog nach Bonn [42:1892].
Peter Doetsch hatte einen gleichnamigen Sohn. Ob dieser Peter
Doetsch jun. oder doch Peter Doetsch sen. im Jahr 1892 zusammen mit Josef
Kallfelz die Bonner „Brauerei zum Bären“ übernahm ist nicht ganz klar.
[11:13.12.1892] „…Bekanntmachung. Zufolge Verfügung vom
heutigen Tage ist in das hiesige Handels-Gesellschafts=Register unter Nr.
694 die offene Handels=Gesellschaft unter der Firma „Brauerei zum Bären,
Frz. Jos. Gervers Nachfolger“ mit dem Sitze in Bonn und mit folgenden
Rechtsverhältnissen eingetragen worden: Die Gesellschafter sind 1. Joseph
Kallfelz, Kaufmann in Bonn, 2. Peter Doetsch, Kaufmann in Köln. Die
Gesellschaft beginnt am 15. December 1892 und ist ein jeder der
Gesellschafter zur Vertretung derselben berechtigt. Bonn, den 10. December
1892. Neu, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts, Abteil. II…“
Die Brauerei zum Bären war eine der 3 Bonner Brauereien, die
sich im Jahr 1897 zum „Bürgerlichen Brauhaus Bonn Aktiengesellschaft“
zusammenschlossen. Später wurde diese Brauerei in „Kurfürsten-Brauerei“
umbenannt. Die Kurfürsten-Brauerei war über lange Zeit, bis zu ihrem
Niedergang in den 1990er Jahren, die größte Brauerei in Bonn.
Peter Doetsch sen. verstarb am 5. April 1897 in Bonn
[45:23.04.1897].
Peter Doetsch jun. war Mitgründer des Bürgerlichen Brauhaus Bonn
AG und seit der Gründung im Jahr 1897 bis zu seinem Tod im Oktober 1933 im
Aufsichtsrat der Brauerei [11:27.09.1897,11:03.10.1933].
(W002) [46:24.04.1886]
Bock-Bier-Ausschank in der Restauration zum Riesenbrauhaus. Anzeige aus dem
Jahr 1886
(W010) [43:31.03.1888]
Anzeige der Restauration zum Riesen-Brauhaus aus dem Jahr 1888
(W011) [43:29.06.1889]
Der Sparverein "Einigkeit-Lyra" beglückwünscht ihren Präsidenten und
Trinkrath Peter Doetsch zu seinem Namenstag im Jahr 1889
(W012) [43:29.06.1890]
Erneute Glückwünsche zum Namenstag aus dem Jahr 1890. Dieses mal wird auch
Peter Doetsch's gleichnamiger Sohn mit bedacht
(W003) [43:20.10.1888]
Anzeige der Restauration zum Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1888
(W004) [43:17.11.1888]
Anzeige der Restauration zum Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1888
(W005) [43:16.02.1889]
Anzeige der Restauration zum Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1889
(W006) [43:23.03.1889]
Der beste Rendez-vous-Platz für Circus-Besucher. Anzeige aus dem Jahr 1889
(W008) [43:13.10.1889]
Ausschank eines hochfeinen Bockbieres. Anzeige aus dem Jahr 1889
(W001) [43:19.07.1891]
Anzeige der Restauration zum Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1891
(W013) [45:23.04.1897]
Einladung zur "feierlichen Erequie" für den 3 Wochen zuvor, am 5. April
1897, verstorbenen Peter Doetsch
(W014) [11:03.10.1933]
Todesanzeige von Peter Doetsch jun., welcher am 1. Oktober 1933 verstarb.
Peter Doetsch war zu dieser Zeit Aufsichtsrats-Vorsitzender der Bügerlichen
Brauhaus AG in Bonn.
(CC001) [25:29.08.1885]
Beispiel einer Anzeige des Circus Carré aus dem Jahr 1885. Der Dauer-Zirkus
lag in unmittelbarer Nähe des Riesenbrauhauses und dessen Besucher wollte
Peter Doetsch in sein Brauhaus locken
Das Riesenbrauhaus unter Josef Keller (1891-1924)
Mit Josef Keller, welcher das Riesenbrauhaus vermutlich Ende
des Jahres 1891 von Peter Doetsch erwarb, kehrte ein wenig Kontinuität ein.
Die Vergangenheit von Josef Keller ist unbekannt, er erscheint
das erste Mal im Jahr 1892 im Kölner Adressbuch und dort bereits als
Betreiber und Besitzer des Riesenbrauhaus [42:1892].
Josef Keller war mit Therese Schneider verheiratet, bekannt
sind die 3 Töchter Maria Elisabeth (geb. 1892), Gertrud Henriette (geb.
1893) und Theresia (geb. 1904) [45:21.07.1892,45:11.11.1893,45:24.03.1904].
2 der 3 Töchter verstarben bereits früh, Maria Elisabeth im Alter von 23
Jahren, sie hinterließ 2 Kinder, Theresia im Alter von 14 Jahren
[11:08.06.1916,11:23.10.1918].
Obwohl Josef Keller nicht im Kölner Branchenverzeichnis als
Brauer vermerkt ist, darf vermutet werden, dass er zumindest die ersten
Jahre wieder selbst braute. Er warb mit „…Restauration zum Riesenbrauhaus,
Brau- und Brennerei …" und "...Bringe mein vorzügliches Lagerbier per Glas 10 Pfg.
zum Ausschank…“ [42:1892;46:04.06.1892].
Ansonsten ist wenig über die mehr als zwanzig Jahre bekannt, in
der Josef Keller das Riesenbrauhaus führte. Erwähnenswert ist noch folgender
Bericht aus dem Jahr 1919. Josef Keller fand sich vor Gericht wieder, weil
er Fleischspeisen in seiner Restauration verkauft hatte ohne die
entsprechenden Bezugsmarken einzuziehen. Die Bezugsmarken waren kurz nach dem ersten
Weltkrieg eingeführt worden um den Mangel zu verwalten.
[47:03.04.1919] „…Ausschluß vom Fleischbezug. Den Wirten
Peter Keller Breitestr. 24, Josef Keller, Gertrudenstr. 4 und Peter Licht
Stefanstraße 2 wurde wegen Abgabe von Fleischspeisen ohne Markeneinziehung
der Bezug von Fleisch und die Abgabe von Fleischspeisen an Gäste auf die
Dauer von 4 Wochen untersagt. Köln, den 1. April 1919. Der
Oberbürgermeister. I.V.: Dr. Billstein…“
Josef Keller verstarb am 14. September 1924 im Alter von 61
Jahren [11:19.09.1924].
(F001) [56]
Foto der Restauration zum Riesenbrauhaus von Josef Keller aus dem Jahr 1901
(PK001) [57]
Postkarte des Reichshallentheaters, welches direkt neben dem Riesenbrauhaus gelegen war. Der Saal
fasste über 1.000 Zuschauer
(W001) [46:09.04.1892]
In dieser Anzeige aus dem Jahr 1892 spricht Josef Keller von "Brau- und
Brennerei" und verweißt auf "sein" Lagerbier. Es kann also angenommen
werden, dass zu dieser Zeit die Brauerei wieder vorübergehend in Betrieb war
(W004) [46:11.03.1893]
Weitere Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1893. Die Preise sind stabil
(W002) [46:04.04.1894]
Neben "seinem" vorzüglichen Lagerbier war auch "ein" ausgezeichnete Bockbier
im Ausschank. Anzeige von Josef Keller aus dem Jahr 1894
(W005) [46:16.03.1895]
In dieser Anzeige aus dem Jahr 1895 spricht Josef Keller nicht mehr von
"seinem" Lagebier. Ggf. war die Brauerei mittlerweile geschlossen
(W006) [11:23.10.1918]
Im Oktober 1918 verstarb Josef Keller's jüngste Tochter Theresia im Alter
von nur 14 Jahren
(W007) [47:03.04.1919]
4 Wochen kein Fleisch im Riesenbrauhaus, weil Josef Keller gegen die
Regelung mit Fleischmarken verstoßen hatte. Anzeige aus dem Jahr 1919
(W008) [11:15.09.1924]
Im September 1924 verstarb Josef Keller im Alter von 61 Jahren
Das Riesenbrauhaus unter Viktor Krings (1924-1927)
Nach dem Tod von Josef Keller übernahm Vktor Krings die Führung
des Riesenbrauhaus, welches in den Besitz der Witwe von Josef Keller,
Therese Keller geb. Schneider überging [42:1925].
Viktor Krings war der Schwiegersohn von Josef Keller,
verheiratet mit dessen einzigen noch lebenden Tochter Gertrud Henriette. In der
Verlobungsanzeige aus dem Jahr 1916 wird Viktor Krings als „Leutnant der
Reserve im Bergischen Feld-Artillerie-Regiment 59“ bezeichnet, wohnhaft in
Zweifall bei Aachen [11:22.04.1916]. Weiter ist über sein Vorleben nichts
bekannt, er erscheint erst im Jahr der Übernahme im Kölner Adressbuch [48].
Anstelle des Biers der Sünner-Brauerei schenkte Viktor Krings
spätestens ab dem Jahr 1926 Kölsch aus dem Gürzenich-Bräu aus
[49:12.03.1926].
Nach 3 Jahren übergab Viktor Krings dann im Juli 1927 die
Führung des Riesenbrauhaus an Fritz Frohne, die Gründe hierfür sind unklar
[43:30.07.1927]. Viktor Krings Schwiegermutter, die Witwe Josef Keller,
blieb aber weiterhin Eigentümerin des Riesenbrauhaus [42:1928]
(W0^4) [11:22.04.1916]
Verlobungsanzeige von Victor Krings und Gertrud Keller, die kurz danach auch
heirateten. Viktor Krings war also der Schwiegersohn von Josef Keller
(W005) [49:26.03.1926]
Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1926. Im Ausschank: Echt Kölsch aus
dem Gürzenich-Bräu, Adler-Pilsener und Dortmunder Union-Bier
(W003) [49:11.04.1926]
Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1926.
(W004) [49:06.06.1926]
Weitere Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1926. Statt "vormals Jos.
Keller" wie links steht jetzt "vollständig renoviert"
Das Riesenbrauhaus unter Fritz Frohne (1927-1931)
Fritz Frohne kündigte die Übernahme des Riesenbrauhaus in der
lokalen Presse wie folgt an:
[43:30.07.1927] „…Mit dem heutigen Tage übernehme ich die von
den Eheleuten Victor Krings — vormals Jos. Keller— lange Jahre geführte und
bekannte Restauration und Schenkwirtschaft "Zum Riesenbrauhaus"
Gertrudenstraße 4 neben Reichshallen-Theater und bitte die verehrliche
Nachbarschaft sowie Freunde und Bekannten um geneigten Zuspruch. Gepflegte
Biere: Reiner Kornbranntwein. Bestgeführte Küche früher Westfälischer Hof,
Marzellenstraße. Fritz Frohne. Das gute Einheimische Bier, Sünner Bräu
Kristall. Im Riesenbrauhaus!...“
Mit der Übernahme ging also auch ein Wechsel des ausgeschenkten
Bieres einher, statt Kölsch aus dem Gürzenich-Bräu gab es jetzt Sünner-Bräu
Kristall aus der Brauerei Gebr. Sünner.
Fritz Frohne, Jahrgang 1872, stammte aus dem Ort Husten im
Kreis Olpe und war mit der vermutlich ebenfalls nicht aus Köln stammenden
Berta Zimmermann verheiratet [50:24.11.1927,51:18.10.1940]. Fritz Frohne hatte schon
einige Erfahrungen in der Gastronomie gemacht, bevor er das Riesenbrauhaus
übernahm. Seine erste Station war in der Ehrenstraße 27 gewesen, dort führte er von
1899-1901 eine Schenkwirtschaft [42:1899,1901,1902]. Im Anschluss erscheint
er für 5 Jahre nicht mehr in den Kölner Adressbüchern, bevor er im Jahr 1907
ein Hotel-Restaurant in der Marzellenstraße von Ferdinand Weinand übernahm
[42:1903,1906.1907]. Das der Brauerei Gebr. Sünner gehörende Hotel &
Restaurant führte er zuerst unter „Hotel-Restaurant Frohne“, bevor er es im
Jahr 1909 in „Hotel Westfälischer Hof“ umbenannte
[43:31.12.1907,43:31.12.1909].
Im Jahr 1919 beschlagnahmten die britischen Besatzer den
Westfälischen Hof und richteten sich dort ein. Aus diesem Grund übernahm
Fritz Frohne die Leitung des Allerheiligenbräu am Eigelstein 2 .
[43, 21.02.1919] „…Hotel „Westfälischer Hof“. Infolge
Beschlagnahme meines Hotels „Westfälischer Hof“ durch die brit. Behörden
habe ich die Leitung des Wirtschaftsbetriebes „Allerheiligenbräu“ Eigelstein
2, übernommen. Sonntags ab 4 Uhr: Künstler-Konzert. (Leitung: Willy Gross.)
Kegelbahn und Sälchen vorhanden. Fritz Frohne…“
Fritz Frohne führte das Allerheiligenbräu aber nur ein halbes
Jahr, bevor Ferdinand Mohr die Leitung des Restaurants übernahm. Fritz
Frohne kehrte, als die englischen Besatzer sein Hotel wieder räumten, zurück
in die Marzellenstraße 29.
[43, 26.03.1920] „…Wieder-Eröffnung. Nach Freigabe durch die
brititsche Behörde und vollständiger Wiederherstellung wird das
Hotel-Restaurant „Westfälischer Hof“, Marzellenstrasse 29, am Samstag, den
27. März, wieder eröffnet. Fritz Frohne…“
Im Jahr 1927 übergab Fritz Frohne die Leitung des Westfälischen
Hofs an seinen Sohn Rudolf Frohne und übernahm seinerseits von Viktor Krings
die Führung des Riesenbrauhauses [42:1927,1928]. Im Kölner Adressbuch ist
Fritz Frohne zu dieser Zeit als „Wirtschaftsvertreter“ aufgeführt, wohnhaft
in der Gertrudenstraße 4. Vielleicht deutet diese Bezeichnung darauf hin,
dass die Führung des Riesenbrauhauses von Anfang an nur vorübergehend
geplant war.
Fritz Frohne rührte fleißig die überregionale Werbetrommel. Er
stammte aus dem Sauerland und so schaltete er Anzeigen im Sauerländer
Volksblatt, in denen er explizit auf seine Herkunft hinwies, um seine
Landsleute nach
Köln in das Riesenbrauhaus zu locken.
[50:24.11.1927] „…Restauration „Riesenbrauhaus“ – Köln –
Gertrudenstr. 4 – direkt am Neumarkt. Allen meinen Bekannten und
Theaterbesuchern teile ich mit, daß ich das Hotel „Westfälischer Hof“ meinem
Sohn Rudolf übertragen und ich das Restaurant „Riesenbrauhaus“ neben dem
Reichshallentheater übernommen habe – Anerkannt gute Küche zu mäßigen
Preisen. Um geneigten Zuspruch bittet Fritz Frohne, gebürtig aus Husten
Kreis Olpe…“
Bereits im Jahr 1931 war wieder Schluss im Riesenbrauhaus.
Victor Krings, welcher das Riesenbrauhaus ja bereits vor Fritz Frohne
betrieben hatte, übernahm wieder die Führung des Riesenbrauhauses, welches ja
weiterhin seiner Schwiegermutter Theresa Keller gehörte.
Fritz Frohne erwarb von Fritz Hilgers die Restauration in der
Bonnerstraße 39. Diese führte er anschliessend bis zu seinem Tod, er starb im Oktober 1940
im Alter von 68 Jahren [51:18.10.1940].
Rudolf Frohne führte den Westfälischen Hof noch bis ins Jahr
1932, anschließend wurde er von Frau Theodor Geuer übernommen
[42:1932,1933]. Falls sich jetzt jemand wundert warum eine Frau Theodor
heißt, es war zu dieser Zeit durchaus üblich, dass Namen von Frauen nicht
„nennenswert“ waren und stattdessen der Name des Mannes mit dem Zusatz
„Frau“ verwendet wurde. Der Vorname von Frau Theodor Geuer ist nirgends
vermerkt.
Rudolf Frohne übernahm daraufhin die Führung einer Restauration
im Colonia-Haus in der Aachenerstr. 5 [42:1933]. Dies führte er bis zur
Übernahme des Gildenhaus an der Ecke Unter Goldschmied / Große Budengasse im
Januar 1937. Das Gildenhaus, im Jahr 1296 erbaut, war eines der ältesten
Brauhäuser Kölns und Namensgeber des Gilden-Kölsch der Balsam-Bergischen
Löwenbrauerei .
Ab dem Jahr 1938 wird Rudolf Frohne als Geschäftsführer,
wohnhaft am Hansaring 80 geführt. Dort gab es keine Restauration, welchem
Geschäft Rudolf Frohne als Geschäftsführer vorstand ist unklar.
(W045) [43:31.12.1907]
Neujahrsgrüße vom Hotel-Restaurant Frohne auf der Marzellenstraße 29 aus dem
Jahr 1907. Fritz Frohne hatte dieses Restaurant kurz zuvor übernommen.
(W046) [43:31.12.1909]
Im Jahr 1909 benannte Fritz Frohne sein Hotel in der Marzellenstraße 29 in
"Westfälischer Hof" um
(W138) [43:21.02.1919]
Die britischen Besatzer beschlagnahmten das Hotel von Fritz Frohne zu Beginn
des Jahres 1919. Dieser übernahm dann die Leitung des Wirtschaftsbetriebes
"Allerheiligenbräu"
(W140) [43, 26.03.1920]
Nach dem die britische Besatzung das Hotel Westfälischer Hof wieder freigegeben
hatten, eröffnete
Fritz Frohne am 27. März 1920 wieder
sein Hotel in der Marzellenstraße
(W051) [54:31.12.1924]
Anzeige "Westfälischer Hof" von Fritz Frohne zu Neujahr 1925
(W040) [43:30.07.1927]
Übernahme-Anzeige von Firtz Frohne, welcher die Führung des Riesenbrauhaus
am 30. Juli 1927 von Josef Keller übernahm. Fritz Frohne wies auch auf seine
vorherige Wirkungsstätte, den Westfälischen Hof, hin. Ausgeschenkt wurde,
wie im Westfälischen Hof auch, Bier der Brauerei Gebr. Sünner
(W041) [50:22.10.1927]
Fritz Frohne stammte aus dem Sauerland und was lag da näher, als seine
Landsleute in das Riesenbrauhaus zu locken. Gleichzeitig wies er noch darauf hin, das er die
Führung des Westfälischen Hofes an seinen Sohn übertragen hatte. Anzeige im Sauerländischen
Volkblatt aus Oktober 1927.
(W042) [50:24.11.1927]
Verfeinerte Version der links stehenden Anzeige, welche im November 1927 im
Sauerländischen Volksblatt erschien. Hier wies Fritz Frohne explizit darauf
hin, dass er aus dem Ort Husten im Kreis Olpe stammte
(W006) [43:11.08.1928]
Abzeige des Riesenbrauhaus unter Fritz Frohne aus dem Jahr 1928
(W043) [43:01.01.1929]
Grüße aus dem Riesenbrauhaus zum neuen Jahr 1929
(W044) [43:01.01.1931]
Anzeige des Riesenbrauhaus, erschienen Neujahr 1931
(W055) [43:01.01.1937]
Fritz Frohnes Sohn Rudolf führte verschiedenste Restaurationen. So im Jahr
1937 auf das Gildenhaus, welches der Namensgeber des späteren "Gilden
Kölsch" der Balsam-Bergischen Löwenbrauerei war
(W052) [51:18.10.1940]
Todesanzeige von Fritz Frohne, welcher am 15. Oktober 1940 im Alter von 68
Jahren verstarb
(W053) [51:30.10.1941]
Nach dem Tod ihres Mannes führte seine Witwe die Restauration in der Bonner
Str. 39 noch ca. 1 Jahr weiter, bevor sich zur Ruhe setzte. Anzeige aus
Oktober 1941
Das Riesenbrauhaus unter Viktor Krings, Teil 2 (1931-(1943))
Die Gründe, warum Viktor Krings im Jahr 1931 wieder selber die
Führung des Riesenbrauhauses übernahm, sind unklar.
Nach der Übergabe des Riesenbrauhauses an Fritz Frohne im Jahr
1927 war Viktor Krings in anderen Geschäften tätig gewesen, im Kölner Adressbuch des
Jahres 1928 wird er als Sägewerksbesitzer bezeichnet [42:1928]. Da es noch
einen Bezug zu Braunsfeld gibt, handelte es sich vermutlich um die „Marmor-
und Granit – Sägewerk J. Wirth Aktiengesellschaft“ aus Braunsfeld. Die
Bezeichnung "Besitzer" im Kontext
einer Aktiengesellschaft war vermutlich etwas hoch gegriffen.
Gleichzeitig mit der Wiederübernahme des Riesenbrauhauss endete
die Beteiligung am Sägewerk [42:1932]. Nach der Übernahme warb Viktor Krings
in ANzeigen mit
„wieder unter alter Leitung“ und die Anzeigen waren meist mit „Familie V.
Krings – Keller“ unterzeichnet.
Ein letztes Mal taucht Viktor Krings im Kölner Telefonbuch des
Jahres 1943 mit dem Eintrag „…Krings Viktor + Riesenbrauhaus Gertrudenstr. 4…“ auf [52]. Im zweiten Weltkrieg wurde das Riesenbrauhaus völlig
zerstört. Nach dem Krieg wurde dieser Bereich zwar wiederaufgebaut, das
Riesenbrauhaus oder eine andere Restauration gab es aber nicht mehr.
(W006) [53:03.10.1931]
Anzeige von Viktor Krings nach Wieder-Übernahme der Führung des
Riesenbrauhaus ("wieder unter alter Leitung") aus dem Jahr 1931
(W007) [43:31.12.1931]
Weitere Anzeige von Viktor Krings aus Ende 1931
(W008) [51:15.10.1934]
Einladung zum Sünner Bockbierfest. Anzeige aus dem Jahr 1934
(W009) [51:24.11.1935]
Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1935
(W010) [51:19.12.1936]
Anzeige des Riesenbrauhaus aus dem Jahr 1936
(W011) [51:01.12.1939]
Ausschnitt aus einer ganzseitigen Anzeige der Kölner Hubertus-Brauerei. Für
das beste Gedicht über das Riesenbrauhaus winkten 2 Flaschen Sekt
(W012) [51:09.10.1940]
Anzeige des Riesenbrauhaus. Diese Anzeige erschien ab Oktober 1940 bis Juli
1941 wöchentlich
(W013) [51:27.12.1940]
Wo gibt es die nahrhaften Seemuscheln? Sammelanzeige von 5 Restaurant aus
dem Jahr 1940
Übersicht der Firmierungen
Zeitraum
Firmierung
Anmerkung
(1831)
Schenkwirtschaft Peter Huettgen
Alte Mauer an Aposteln n. 1
(1835)
Schenkwirtschaft Gottfried Groß
(1836)-(1838)
Branntweinbrennerei Peter Joseph Lülsdorff
(1840)-(1844)
Branntweinbrennerei und Schenkwirtschaft Franz Koep
(1846)-1860
Brau- und Brennerei Johann Strung
Ab 1860: Alte Mauer an Aposteln 2AB
1861-1874
Brau- und Brennerei Witwe Johann Strung
1874-1877
Brau- und Brennerei Josef Koep
Ab 1877: Gertrudenstraße 2AB
1877-1883
Schenkwirtschaft Peter Eduard Strung
Im Jahr 1882 erstmals "Riesenbrauhaus"
1884-1891
Restauration "Riesenbrauhaus" Peter Doetsch
Ab 1888: Gertrudenstraße 4
1891-1924
Restauration "Riesenbrauhaus" Josef Keller
Vermutlich wurde zwischen 1891 und 1894 wieder selbst
gebraut
1924-1927
Restauration "Riesenbrauhaus" Viktor Krings
1927-1931
Restauration "Riesenbrauhaus" Fritz Frohne
1931-(1943)
Restauration "Riesenbrauhaus" Viktor Krings
Anmerkungen
•
Das Riesenbrauhaus lag direkt neben dem in der
Gertrudenstraße 10 gelegenen „Circus Carré“, genauer „Königlich
Niederländischem Circus Carré“, dessen Direktor Oskar Carré war. Der
Zirkus, in dem es Raubtierdressuren, Artisten und Clowns zu sehen gab,
existierte von 1878 bis 1886. Bereits seit dem Jahr 1859 hatte Oskar
Carré in der Gertrudenstraße ein Varieté betrieben. Anschließend wurde
dort das Reichshallentheater eröffnet. Hier fanden Konzerte,
Opernaufführungen und andere Veranstaltungen statt. Das
Reichshallentheater war zu dieser Zeit, nach dem Opern- und dem
Schauspielhaus, das drittgrößte Kölner Theater. Es war auch fester
Austragungsort von Vorstellungen der Familie Millowitsch. Das
Reichshallentheater schloss im Jahr 1938 und wurde, nach einem
vorübergehenden Leerstand in dem es renoviert wurde, im Jahr 1939 als
Apollo Varieté-Theater wiedereröffnet. Das Apollo-Theater wurde
von den Nazis vereinnahmt und ab dem Jahr 1941 als „Apollo-Theater der
NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude““ bezeichnet [4:1941].Das
Apollo-Theater bestand bis zu seiner Zerstörung im zweiten
Weltkrieg [3,4:1937,1939].
Die Veranstaltungen in diesen Etablissements zogen viele Menschen an und
dieser Umstand wurde ausgiebig in Werbeanzeigen genutzt, um die Gäste
des Theaters vor oder nach den Vorstellungen in das Riesenbrauhaus zu
locken.
•
In den Bieraccise=Büchern der städtischen Rentkammer aus dem
Jahr 1476 stammt der Eintrag „Johann zum Riesen“, allerdings ohne
Nennung eines Ortes [1]. Einen Zusammenhang mit dem Riesenbrauhaus gibt
es aber definitiv nicht.
•
Bereits vor dem Erscheinen des Riesenbrauhauses gab es in
Köln in den 1840er Jahren den „Gasthof zum Riesen“ in der Friedrich
Wilhelmstraße 13, welcher von Leonard Krudwig geführt wurde
[11:02.08.1846].
•
Es sind keinerlei Brauereiwerbemittel wie Bierdeckel, Gläser
oder Krüge bekannt.
Quellenverzeichnis
1
Artikel von Wilhelm Scheben aus dem Jahr 1886, erschienen
im Kölner Sonntags-Anzeiger, Ausgabe 530 (19.12.1886)
Seite „Geschichte des Kölner Theaters“. In: Wikipedia – Die
freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. Mai 2024, 21:16 UTC. URL:
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geschichte_des_K%C3%B6lner_Theaters&oldid=244641792
(Abgerufen: 28. November 2024, 13:28 UTC)
4
Adressbuch der Stadt Köln, Verlag Greven. Das Jahr der
Ausgabe ist im Quellenverweis angegeben
5
"Feuille d'affiches, annonces et avis divers de Cologne",
Ausgabe 27.05.1813
6
Adress-Buch der Stadt Bonn und der umliegenden Gemeinden.
Druck und Verlag des General-Anzeigers für Bonn und Umgegend, konkrete
Ausgabe in Quellenreferenz angegeben
7
"Verzeichnis der Stadt-Kölnischen Einwohner, nebst
Bemerkung", Thiriart und Compagnie, 1797
"Adreß-Buch oder Verzeichniß der Einwohner der Stadt Köln",
Buchdruckerei von Fr. J. Greven, 1831
15
"Brauerei-Verzeichnis Deutschland", Michael Gorytzka,
Manfred Friedrich, herausgegeben von der Fördergemeinschaft von
Brauerei-Werbemittel-Sammlern e.V. (FvB), Ausgabe November 2009
16
www.myheritage.de
17
"Neues Kölner Adreß-Buch verbunden mit einem Repertorium
der Polizei-Verordnungen für die Stadt Köln", Herausgegeben von J.G.
Heyn, 1841
18
"Kölner Adress-Buch", Herausgegeben von J.G. Heyn, Köln,
1844
19
"Bonner Wochenblatt", Ausgabe 18.02.1830
20
"Kölner Adress-Buch", Herausgegeben von J.G. Heyn, Köln,
1846
21
"Kölner Adress-Buch", Herausgegeben von J.G. Heyn, Köln,
1849
22
"Allgemeines Adressbuch (Wohnungs-Anzeiger) für Cöln".
Herausgegeben von J.B. Greven, Verlag von W. Greven. Cöln, 1850
23
"Adreßbuch der Stadt Köln", zusammengestellt von E. Kluge,
Köln 1854, Verlag von M. Lengfeld
24
"Adreß-Buch oder Verzeichniß der Einwohner der Stadt Köln",
Greven'sche Buchdruckerei, 1838
25
"Allgemeiner Anzeiger für Rheinland-Westfalen", Ausgabe
25.11.1849, 13.01.1850, 23.08.1853, 29.08.1885, 21.02.1919
26
"Adreßbuch der Stadt Köln", zusammengestellt von E. Kluge,
Köln 1855, Verlag von M. Lengfeld
27
"Allgemeines Adreß-Buch (Wohnungs-Anzeiger) für Coeln".
Herausgeben von Wilhelm Greven, Köln, 1852, Verlag von Wilh. Greven
28
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von E. Kluge, Köln 1860, Verlag von Wilhelm Greven
29
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von E. Kluge, Köln 1862, Verlag von Wilhelm Greven
30
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von E. Kluge, Köln 1863, Verlag von Wilhelm Greven
31
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von E. Kluge, Köln 1864, Verlag von Wilhelm Greven
32
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von Wilhelm Greven, Köln 1867, Verlag von Wilhem Greven
33
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von Wilhelm Greven, Köln 1868, Verlag von Wilhem Greven
34
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim a/Rh.",
Herausgegeben von W. Greven's Söhne, Köln, 1878. Druck, Greven &
Bechtold
35
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim a/Rh.",
Herausgegeben von W. Greven's Söhne, Köln, 1877. Druck, Greven &
Bechtold
36
"Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim am Rhein",
Herausgegeben von Wilhelm Greven, Köln 1876Verlag von Wilhem Greven
"Greven's Adreßbuch für Köln, Deutz und Mülheim. Redigiert
und herausgegeben von A. C. Greven. Köln, 1880
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"Neußer Zeitung", Ausgabe 25.06.1881
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„Adressbuch Köln, Verlag Greven. Der konkrete Jahrgang ist
in der Quellenreferenz angegeben